Wanderwege
Möwenroute

Ihr Anfangspunkt liegt an der Grenze zwischen Zoppot und Gdingen. Dem Lauf des Baches folgend, wenden wir uns in Richtung Meer. Der Weg führt durch ein immer tieferes, von der Erosion gebildetes, Tal, durch das der Bach Swelinia fließt, der in der Zwischenkriegszeit die Grenze zwischen Polen und der Freien Stadt Danzig bildete (die Deutschen nannten ihn daher auch Grenzbach). Am Strand biegen wir in einen Asphaltweg ab, der in südliche Richtung führt. Vom Strand trennt uns eine flache Düne. Kurz darauf erscheint vor uns die Berghütte „Koliba“. Wir setzen unseren Marsch in die bisherige Richtung bis kurz vor der Mündung des Bachs Kamienny Potok fort, biegen dann nach rechts und erreichen über die ul. Powstańców Warszawy und ul. J. J. Haffnera die Zoppoter Burg, auf deren Gelände archäologische Festivals veranstaltet werden. Die zum Teil rekonstruierte Burg haben die slawischen Pommeranen in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts errichtet. Diese bestand bis zum 10. Jahrhundert. Das unregelmäßige Viereck mit den Abmessungen 45 x 49 m umgaben 6 m hohe Erdwälle, die mit Holz und Steinen befestigt waren. Von Westen wurde die Burg zusätzlich durch einen 7 m tiefen Graben gesichert. Im Osten, am Fuße der Böschung, erstreckten sich das Meer oder Sümpfe. Wenn die Burg gerade nicht zugänglich sein sollte, erreichen wir über die ul. J. J. Haffnera die nächste Kreuzung und biegen nach links ab. Entlang der ul. Wosia Budzysza (literarisches Pseudonym des Schriftstellers, Historikers und kaschubischen Literaturkritikers Jan Karnowski) gehen wir in Richtung Meer und biegen danach nach rechts in die ul. Powstańców Warszawy ab. Auf der linken Seite erstreckt sich der Nordpark, dessen Alleen ein Pantheon der kulturschaffenden Menschen bilden, die mit der Stadt verbunden sind. Rechts befinden sich das Ozeanologische Institut der Polnischen Akademie der Wissenschaften sowie Tennisplätze und -hallen des Zoppoter Tennisclubs. Auf der linken Seite in unmittelbarer Nachbarschaft des Strands liegen der Sitz des Agnieszka-Osiecka-Ateliertheaters und das Grand Hotel (errichtet in den Jahren 1924-1927). Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht das erste Gotteshaus in der Geschichte Zoppots, die in den Jahren 1869-1870 errichtete neogotische Marienkirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der heilige Andrzej Bobola zweiter Schutzpatron der Kirche und unter dieser Bezeichnung ist sie in Zoppot allgemein bekannt. Sie wurde auf Kosten der Einwohner und Kurgäste auf einem von der Fischerfamilie Karpiński gestifteten Gelände errichtet und steht unter Denkmalschutz. Von der Einrichtung verdienen die Schöne Madonna (15. Jh.), das gotische Kruzifix (16. Jh.), die zeitgenössischen Fensterbilder, ein Werk von Prof. M. Ruhnke-Duszenko, und der Hostienschrein, eine Arbeit von S. Skura, unsere Aufmerksamkeit. Da die Kirche in den ersten Jahren hauptsächlich von polnischen Einwohnern und Kurgästen besucht wurde, wurde sie bald Polnische Kapelle genannt. In den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft eine neue Kirche nach einem Entwurf von Bartłomiej Zawiejski errichtet. Wir gehen an der Staatlichen Kunstgalerie vorbei und kommen über den Kurplatz zum Woiwodschafts-Rheumatologiezentrum. Danach erreichen wir den Südpark. Links sieht man die 1903 nach einem Entwurf von Paul Puchmüller errichtete Badeanstalt. Zuvor stand an dieser Stelle ein Objekt aus der Zeit Jean George Haffners, des Gründers des Kurbads. Zur Erinnerung an ihn befindet sich am Haupteingang eine Gedenktafel. Vor dem Gebäude besteht die Möglichkeit, (auf ärztliche Verordnung) 15-fach verdünnte Sole zu trinken. 1997 wurde ein Solebad in Betrieb genommen, das die Zoppoter Vorkommen nutzt. Im Südpark lenken die modernistische und 1919 geweihte Erlöserkirche, der der evangelisch-augsburgischen Gemeinde dient, der Otto-Bowien-Platz, der nach einem Pastor aus der Zwischenkriegszeit benannt ist, der Inhalationspilz mit Zoppoter Sole, der von der Adalbergsquelle gespeist wird, und das Südbad, ein Werk von Paul Puchmüller aus dem Jahr 1907, die Aufmerksamkeit auf sich. Wir betreten die ul. Parkowa, an der sich an der Kreuzung mit der ul. Kordeckiego in der Grünanlage an der Straße eine mächtige Eibe befindet. Auf der gegenüberliegenden Seite der ul. Parkowa steht das Gebäude mit der Nummer 18, das in der Zwischenkriegszeit Eigentum der polnischen Eisenbahndirektion in Danzig war. Seit 1923 gab es hier eine Kinderbewahranstalt und ab 1930 auch eine Grundschule. An diese Einrichtungen erinnert eine Gedenktafel. Man sollte auch einen Blick auf das Mietshaus mit den Nummern 43/45 aus dem Jahr 1903 werfen. Die Route zweigt in die ul. Józefa Poniatowskiego ab, an der im Haus Nr. 8, der einstigen Villa Ernst August Claaszens, das Zoppoter Museum seinen Sitz genommen hat. Von dort aus wenden wir uns nach rechts und die Al. Wojska Polskiego führt uns konsequent in südliche Richtung (Achtung: die Routenmarkierungen befinden sich an einem gesonderten Radweg). Wir gehen an der Anlegestelle für Fischerboote vorüber, die sich hinter einer Düne verbirgt, auf der eine zauberhafte Kapelle an den letzten Besuch des polnischen Papsts in Zoppot im Jahr 1999 erinnert. Sie stellt nämlich einen Teil des Altars dar, der auf dem Gelände der Pferderennbahn stand. Bald darauf führt unser Weg in die ul. Zdrój św. Wojciecha. Hier nimmt unser Spaziergang an den Kureinrichtungen sein Ende. Die hier geförderte Sole ist für die Objekte des Woiwodschafts-Rheumatologiezentrums bestimmt. Auf dem Rückweg sollten Sie eine eigenartige Enklave in der Stadt besuchen, nämlich die Fischersiedlung aus dem frühen 20. Jahrhundert am Fischerplatz. Trotz der sich vollziehenden Veränderungen ist viel vom einstigen Charakter dieses Orts erhalten geblieben.
Jan Bogucki
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